Pfarrinformation 19.04.-17.05.2026
Liebe Gemeinde von Sankt Bonifaz,
das Evangelium nach Johannes vom 3. Sonntag in der Osterzeit ist von eigentümlichen, fast stolpernden Brüchen durchzogen. Da ist zum einen Petrus, der sich im Boot das Obergewand überwirft und dann in den See springt, da sind Fisch und Brot auf dem Kohlenfeuer, obwohl das Netz mit den Fischen überhaupt noch nicht an Land gebracht war, da wagten die Jünger nicht zu fragen, wer Jesus sei, weil „sie wussten, dass er der Herr war“. Es ist unschwer zu erkennen, dass es sich bei dieser Erzählung eher nicht um einen Tatsachenbericht handelt. Vielmehr spiegelt sie, wie so viele Passagen dieses Evangeliums, die Erfahrungen der frühchristlichen Gemeinden wider. Von Auferstehung und Neuanfang, von einem Aufbruch und eine letztgültigen Heilsgewissheit, war nur wenig zu spüren. Die Jünger im Boot mühen sich vergeblich ab, ihre Netze bleiben leer – ein Bild für die eigene Erfahrung von Scheitern und Ratlosigkeit.
Gerade in diese Leere hinein tritt der Auferstandene. Die Erscheinung am See will bestärken, trotz der Niederlagen, trotz des offensichtlichen Scheiterns nicht aufzugeben. Sie ermutigt dazu selbst im Zweifel im Vertrauen auszuhalten, den Herrn im Alltag des Lebens zu erkennen und schließlich sich zu ihm zu bekennen. Glaube wagen ist manchmal wie der Sprung ins kalte Wasser, wie ihn schließlich Petrus vollzieht – unvernünftig, impulsiv und doch getragen von einer tieferen Gewissheit.
Bei allem Abmühen bleibt uns die leise, aber tragende Zusage: dass der Auferstandene schon da ist, bevor wir ankommen, dass er bereitet, was wir selbst nicht zustande bringen, und dass er alle Suchenden zur Gemeinschaft mit ihm einlädt. „Kommt und esst!“
Ihr und Euer Pater Lukas Essendorfer OSB
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Benediktsregel
Laß dich nicht sofort von Angst verwirren und fliehe nicht vom Weg des Heils. (Benediktsregel, Prolog 48)